Wiener Karlskirche Audioguide

Die Karlskirche ist eine bedeutende Barockkirche in Wien, Österreich. Sie ist dem heiligen Karl Borromäus gewidmet und für ihre markante Kuppel sowie die beiden flankierenden Säulen bekannt.

Wiener Karlskirche — Vienna, Austria

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📍 Vienna, Austria

Über die Tour

Die Karlskirche ist eine bedeutende Barockkirche in Wien, Österreich. Sie ist dem heiligen Karl Borromäus gewidmet und für ihre markante Kuppel sowie die beiden flankierenden Säulen bekannt.

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Über die Tour

The Two Imperial Columns

Die kaiserlichen Säulen — Wiener Karlskirche

Die kaiserlichen Säulen

Die wohl markantesten Merkmale des Äußeren sind die beiden monumentalen Säulen, die den zentralen Portikus flankieren. Mit einer Höhe von 33 Metern wurden diese Türme der berühmten Trajanssäule in Rom nachempfunden, tragen hier jedoch eine vielschichtige, dreifache Symbolik, die für die Habsburger einzigartig ist. Erstens repräsentieren sie die 'Säulen des Herkules', die heraldischen Symbole der spanischen Macht, die einst im Besitz der Habsburger Dynastie war. Dies war ein klares politisches Statement, das die Reichweite und Stärke des Imperiums signalisierte. Zweitens erinnern sie an die biblischen Säulen Boas und Jachin, die am Eingang des Salomonischen Tempels in Jerusalem standen und die Kirche mit alten heiligen Traditionen verbinden. Schließlich stehen sie für den ultimativen Triumph und die Widerstandsfähigkeit der katholischen Kirche. Durch die Integration dieser römisch anmutenden Säulen in eine christliche Kirche manifestierte der Architekt von Erlach physisch die Idee Wiens als Nachfolgerin des Ruhms von Rom. Während die Säulen selbst von gewaltiger Größe sind, ist es das filigrane Detail, das in ihre Oberflächen gemeißelt wurde, das den menschlichsten Teil der Geschichte der Kirche erzählt, den wir uns gleich genauer ansehen werden.

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Die goldenen Reichsadler — Wiener Karlskirche

Die goldenen Reichsadler

Wenn Sie Ihren Blick ganz nach oben auf die massiven Säulen richten, direkt unter die Kupferkuppeln, sehen Sie vier markante goldene Adler, die auf den Ecken der quadratischen Plattformen sitzen. Dies sind nicht bloß dekorative Vögel; es sind die heraldischen Tiere des Heiligen Römischen Kaisers Karl VI. Ihre Präsenz ist eine bewusste und kraftvolle Signatur. Diese Adler dienen als ständige Erinnerung daran, dass dies eine 'kaiserliche' Kirche war, die unter der direkten Schirmherrschaft und Finanzierung der Habsburger Krone erbaut wurde. Im 18. Jahrhundert waren solche Symbole unerlässlich, um Autorität zu etablieren und zu zeigen, dass der Kaiser der Beschützer von Staat und Glauben war. Die Verwendung von Blattgold sorgt dafür, dass sie das Sonnenlicht einfangen und schon aus großer Entfernung sichtbar sind, während sie über die Stadt wachen. Während die Säulen selbst von der Antike Roms und biblischer Weisheit künden, verankern diese goldenen Adler das Gebäude fest in der politischen Realität des österreichischen Kaiserreichs. Sie repräsentieren das wachsame Auge des Souveräns und den immensen Reichtum, den er in dieses Projekt fließen ließ, um sicherzustellen, dass seine Pracht in der Hauptstadt unübertroffen bleiben würde.

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Reliefs des heiligen Karl — Wiener Karlskirche

Reliefs des heiligen Karl

Wenn Sie die beiden massiven Säulen genauer betrachten, werden Sie feststellen, dass sie mit einer durchgehenden Spirale aus Reliefs bedeckt sind. Dies ist nicht bloße Dekoration, sondern ein erzählerisches Meisterwerk. Diese Reliefs zeigen Szenen aus dem Leben des heiligen Karl Borromäus, des Schutzpatrons der Kirche. Da viele Menschen zu jener Zeit nicht lesen konnten, dienten diese Schnitzereien als visuelle Geschichte, die sich wie ein Comic aus dem 18. Jahrhundert nach oben windet. Die Szenen illustrieren seine Wohltätigkeit, seinen Einsatz für die Kranken während der Pest in Mailand und seinen unerschütterlichen Glauben. Der Detailgrad der Steinmetzarbeit ist bemerkenswert – man kann in jedem Feld individuelle Gesichtsausdrücke, die Falten der Kleidung und architektonische Hintergründe erkennen. Diese Erzählmethode ermöglichte es der Kirche, die Tugenden ihres Namensgebers jedem Passanten zu vermitteln. Die spiralförmige Bewegung lenkt den Blick nach oben und verbindet symbolisch die irdischen Taten des Heiligen mit dem Himmel. Es lohnt sich, einen Moment innezuhalten und der Erzählung zu folgen, während sie sich um die Säulen windet, und dabei die unglaubliche Handwerkskunst der Steinmetze des 18. Jahrhunderts zu bewundern, die Borromäus' Geschichte für die Bürger Wiens zum Leben erweckten.

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The Portico and Votive Inscription

Das Pest-Giebelfeld — Wiener Karlskirche

Das Pest-Giebelfeld

Direkt über dem Portikus befindet sich das große dreieckige Giebelfeld, das ein zutiefst bewegendes Relief zeigt. Diese Szene stellt die Stadt Wien auf dem Höhepunkt der Pestepidemie von 1713 dar. Sie können das Leiden der Bürger und die Verzweiflung jener Zeit in hoher Detailgenauigkeit erkennen. In der Mitte ist der heilige Karl Borromäus zu sehen, wie er bei Gott Fürsprache einlegt und für das Leben der Wiener Bevölkerung fleht. Es ist eine theatralische und emotionale Komposition, die typisch für den Stil des Hochbarock ist. Eine der wichtigsten Figuren, auf die Sie achten sollten, ist der Engel auf der rechten Seite. Der Engel hält ein Schwert, doch bezeichnenderweise wird dieses gerade in die Scheide gesteckt. Dies symbolisiert das Ende des 'göttlichen Zorns' und das Abklingen der Krankheit. Das Relief fungiert als visuelle Geschichte des Ereignisses, das zur Gründung der Kirche führte, und zeigt den Übergang von Tod und Verzweiflung hin zu göttlicher Gnade und Gesundheit. Indem die Architekten diese Szene prominent an der Vorderseite des Gebäudes platzierten, stellten sie sicher, dass die Geschichte vom Überleben der Stadt niemals vergessen wird – als bleibendes Denkmal für die Verstorbenen und als Feier für die Überlebenden.

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Die Inschrift am Portikus — Wiener Karlskirche

Die Inschrift am Portikus

Wenn Sie sich dem großartigen Eingang im griechischen Stil nähern, blicken Sie zu dem Fries direkt über den hoch aufragenden Säulen hinauf. Sie werden dort eine lateinische Inschrift sehen, die lautet: 'Vota mea reddam in conspectu timentium deum.' Übersetzt bedeutet dies: 'Ich will meine Gelübde erfüllen vor denen, die Gott fürchten.' Dieser Satz ist der Schlüssel zum Verständnis, warum diese Kirche überhaupt existiert. Im Jahr 1713 wütete eine verheerende Pestepidemie in Wien und forderte Tausende von Menschenleben. Angesichts einer Katastrophe, der er weder mit Medizin noch mit Politik Herr werden konnte, legte Kaiser Karl VI. ein feierliches Gelübde vor Gott ab: Sollte die Stadt vor weiterer Zerstörung bewahrt bleiben, würde er eine prächtige Kirche errichten, die dem heiligen Karl Borromäus gewidmet ist, der als Heiler von Pestopfern bekannt war. Diese Inschrift ist die öffentliche Erfüllung jenes kaiserlichen Versprechens. Die Architektur ahmt hier bewusst einen klassischen griechischen Tempel nach, was Weisheit und Stabilität symbolisiert, doch die Worte selbst sind zutiefst religiös. Sie verwandeln das Gebäude von einem bloßen Denkmal in einen tiefgreifenden Akt der Dankbarkeit und ein bleibendes Zeugnis eines historischen Krisenmoments und einer spirituellen Lösung, die die Skyline der Stadt nachhaltig prägte.

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The Elliptical Nave

Die elliptische Kuppel — Wiener Karlskirche

Die elliptische Kuppel

Wenn Sie das Innere betreten und nach oben blicken, werden Sie von der bemerkenswertesten architektonischen Meisterleistung der Kirche begrüßt. Während die meisten Kuppeln dieser Epoche vollkommen kreisförmig sind, ist diese hier auf einzigartige Weise elliptisch. Diese ovale Form misst etwa 25 Meter im Durchmesser. Der Architekt Johann Bernhard Fischer von Erlach wählte diese elliptische Form, um ein dynamisches Raumgefühl zu schaffen, das sich verändert, während Sie durch das Kirchenschiff schreiten. Diese Geometrie erzeugt eine subtile optische Täuschung; je nachdem, wo Sie stehen, kann die Kuppel länglicher oder weitläufiger erscheinen, wodurch der Innenraum deutlich größer wirkt als seine tatsächliche Grundfläche. Das Licht, das durch die Fenster am Fuß der Kuppel einfällt, verstärkt diesen Effekt, beleuchtet die Rundungen und erzeugt einen sanften, himmlischen Glanz. Dieses Design war zur damaligen Zeit technisch äußerst anspruchsvoll, ermöglicht jedoch eine flüssigere Bewegung von Licht und Luft. Die elliptische Form dient zudem dazu, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf den Hauptaltar zu lenken und den Blick in einer einzigen, schwungvollen Bewegung nach vorne und oben zu führen. Es ist ein Meisterwerk barocker Geometrie, das den Besucher demütig stimmen und ein Gefühl des Unendlichen innerhalb eines endlichen Raumes hervorrufen soll.

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Rottmayr's Dome Fresco

Das Kuppelfresko von Rottmayr — Wiener Karlskirche

Das Kuppelfresko von Rottmayr

Das Innere der Kuppel ist mit einem der spektakulärsten Deckenfresken Österreichs geschmückt. Das monumentale Werk des Meistermalers Johann Michael Rottmayr erstreckt sich über eine Fläche von 1.250 Quadratmetern. Das zentrale Thema ist die Fürbitte des heiligen Karl Borromäus, der, unterstützt von der Jungfrau Maria, für die Stadt Wien betet. Was dieses Gemälde so bemerkenswert macht, ist Rottmayrs meisterhafter Umgang mit Licht und Perspektive. Die Figuren sind in einer spiralförmigen Aufwärtsbewegung angeordnet, die einen kraftvollen Eindruck des Aufstiegs vermittelt. Wenn Sie nach oben blicken, scheint die Grenze zwischen der physischen Architektur der Kirche und dem gemalten Himmel zu verschwimmen, als hätte sich das Dach direkt zum Himmel hin geöffnet. Die leuchtenden, hellen Farben sollen eine himmlische Atmosphäre erzeugen. Dieser Trompe-l'œil-Effekt, was so viel wie 'das Auge täuschen' bedeutet, ist ein Markenzeichen der Barockkunst und dient hier dazu, den Geist des Betrachters aus dem irdischen Bereich in den spirituellen zu versetzen. Der enorme Umfang des Werkes erforderte jahrelange Arbeit und stellt den Höhepunkt der religiösen Malerei im Österreichischen Kaiserreich des 18. Jahrhunderts dar.

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The High Altar and Tetragrammaton

Die Apotheose des heiligen Karl — Wiener Karlskirche

Die Apotheose des heiligen Karl

Die zentrale Skulpturengruppe des Hochaltars zeigt einen Moment des ultimativen Triumphs: die 'Apotheose', den Aufstieg des heiligen Karl Borromäus in den Himmel. Dieses theatralische Meisterwerk ist aus weißem Stuck gefertigt, einem Material, das wegen seiner Fähigkeit gewählt wurde, in unglaublich fließende und komplexe Formen gebracht zu werden. Der Heilige ist kniend auf einer Bank aus weichen, bauschigen Wolken dargestellt, umgeben von Engeln, die ihn zum göttlichen Licht hinaufzuheben scheinen. Die Komposition ist hochdramatisch und voller Bewegung; die Gewänder der Figuren scheinen in einer himmlischen Brise zu flattern, und die Verwendung von Weiß lässt die gesamte Szene vor dem dunkleren Marmor der umgebenden Säulen schwerelos und ätherisch erscheinen. Dieser Bildhauerstil wurde entworfen, um beim Betrachter eine emotionale Reaktion auszulösen und das Wunder der Aufnahme des Heiligen in den Himmel real und unmittelbar wirken zu lassen. Es ist die letzte Szene in der Geschichte des Borromäus, die an den äußeren Säulen begann – seine irdischen Taten haben zu diesem Moment der ewigen Belohnung geführt. Das von oben einfallende Licht beleuchtet die weißen Oberflächen und verstärkt das Gefühl, dass der Heilige direkt vor Ihren Augen die physische Welt transzendiert.

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Das Tetragrammaton-Fenster — Wiener Karlskirche

Das Tetragrammaton-Fenster

Über der dramatischen Szenerie des Hochaltars zieht ein Fenster in intensivem Gelb den Blick auf sich. Innerhalb dieses strahlenden Kreises erkennen Sie vier hebräische Buchstaben: Jod, He, Waw und He. Als Tetragrammaton bekannt, ist dies der heilige, unaussprechliche Name Gottes in der hebräischen Bibel. Im Kontext der Barockarchitektur ist dieses Fenster nicht nur eine Lichtquelle, sondern ein tiefgründiges Symbol des Göttlichen selbst. Der goldene Schein repräsentiert das 'Lumen Deum', das göttliche Licht, das Gottes unendliche Liebe und Weisheit auf die Gläubigen herabstrahlen lässt. Indem die Architekten dieses Symbol an der absoluten Spitze der Altar-Komposition platzierten, stellten sie sicher, dass der Blick des Betrachters letztlich auf der heiligsten Darstellung des Allmächtigen ruht. Es dient als visueller Höhepunkt der theatralischen Geschichte von der Himmelfahrt des heiligen Karl Borromäus und legt nahe, dass das Ziel jeder Seele die Wiedervereinigung mit dieser Quelle ewigen Lichts und ewiger Liebe ist.

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The Rococo Pulpit

Die Rokoko-Kanzel — Wiener Karlskirche

Die Rokoko-Kanzel

Während Sie durch das Kirchenschiff gehen, achten Sie auf die Kanzel, die an einem der massiven Pfeiler angebracht ist. Obwohl ein Großteil der Karlskirche den prunkvollen, ernsten Ton des Hochbarocks widerspiegelt, führt diese Kanzel eine andere Ästhetik ein. Sie ist aus edlem Nussbaumholz geschnitzt und mit Vergoldungen verziert, wodurch sie die heiteren und ornamentalen Merkmale des Rokoko zur Geltung bringt. Dieser Übergang ist historisch begründet, da die Kanzel gegen Ende der langen Bauzeit der Kirche hinzugefügt wurde, als sich der künstlerische Geschmack in Wien wandelte. Betrachten Sie genau die fließenden Linien und die kunstvollen dekorativen Motive, die über das Holz zu tanzen scheinen. Im Gegensatz zu den streng symmetrischen und monumentalen Formen, die man andernorts im Gebäude findet, stehen bei den Rokoko-Elementen hier Anmut, Bewegung und eine mühelose Eleganz im Vordergrund. Dieser leichtere Stil sollte die Gemeinde fesseln und den Raum während der Predigt nicht nur ehrfurchtgebietend, sondern auch lebendig und einladend wirken lassen.

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