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Cacaxtla Audioguide
Ein besonderer Ort. Eine Geschichte zum Mitnehmen.
Cacaxtla ist eine archäologische Stätte nahe der Südgrenze des mexikanischen Bundesstaates Tlaxcala. Sie umfasst einen weitläufigen Palast mit farbenprächtigen Wandbildern, die im Maya-Stil gemalt wurden.
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Cacaxtla ist eine archäologische Stätte nahe der Südgrenze des mexikanischen Bundesstaates Tlaxcala. Sie umfasst einen weitläufigen Palast mit farbenprächtigen Wandbildern, die im Maya-Stil gemalt wurden.
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Audioguide / 10 erzählte Stationen
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01
Site Entrance & On-Site MuseumCacaxtla: Die überdachte Zitadelle
Willkommen in Cacaxtla, im südlichen Teil des mexikanischen Bundesstaates Tlaxcala. Das große Blechdach, das sich vor Ihnen erstreckt, bedeckt einen der überraschendsten Funde der mexikanischen Archäologie. Darunter liegt ein weitläufiger Palast, dessen Wände tief im zentralmexikanischen Hochland mit farbenprächtigen Wandbildern im Maya-Stil bemalt sind. Cacaxtla wurde lange Zeit als Hauptstadt eines Volkes bezeichnet, das als Olmeca-Xicalanca bekannt ist, wahrscheinlich Siedler von der Golfküste, die um 400 n. Chr. eintrafen, obwohl neuere Erkenntnisse in Frage stellen, ob sie die Gemälde anfertigten. Zwischen 650 und 900 n. Chr. blühten sie hier auf und kontrollierten wahrscheinlich die Handelsrouten durch die Region mit einer Bevölkerung von nicht mehr als zehntausend Menschen. Die Geschichte der Wiederentdeckung ist eine Geschichte des Glücks. Im September 1975 stießen Arbeiter bei der Rodung von Land auf eine begrabene Mauer, und deren leuchtende Farbe kam zum Vorschein. Archäologen trafen schnell ein, angeführt von Eduardo Merlo Juárez, Diana Lopez-Sotomayor und Daniel Molina-Feal, die über sechs Jahre mit Ausgrabungen verbrachten. Lopez-Sotomayor erinnerte sich, dass ihr erster Anblick der lebensgroßen bemalten Figuren überwältigend war. Da die Hauptplattform bis in die 1980er Jahre nicht ausgegraben wurde, blieb ein Großteil der ursprünglichen Farbe in den Wänden selbst erhalten. Das Dach existiert genau aus diesem Grund: um die Gemälde vor Wetter und Plünderern zu schützen, damit sie dort zu sehen sind, wo sie gemalt wurden.
Cher Kesh · CC BY-SA 2.0
02
Site Entrance & On-Site MuseumGraburne aus dem Regionalmuseum von Tlaxcala
Bevor Sie zu den Ruinen hinaufsteigen, vermittelt ein andernorts aufbewahrtes Stück einen Eindruck der älteren Kunst der Region. Diese Graburne, die im Regionalmuseum in der Stadt Tlaxcala ausgestellt ist, zeigt das Können der präkolumbianischen Töpfer der Gegend. Aus einer einzigen Tonmasse formte der Bildhauer eine vollständige Figur mit weit ausgebreiteten Armen, die mit einem Kragen, einem Federschmuck und kleinen Begleitformen an den Schultern und Seiten geschmückt ist. Die Bemalung trägt noch immer Rot- und Blautöne über dem Terrakottakörper, eine Erinnerung daran, dass diese Gefäße farbige Objekte waren, keine einfache Töpferware. Solche Urnen enthielten die Überreste der Toten, und die Modellierung verlieh jedem Gefäß eine Präsenz, die einem Grab angemessen war. Die Urne stammt aus der breiteren Bestattungstradition der Region und nicht aus den Ausgrabungen in Cacaxtla selbst. Dennoch gibt sie den Ton an: In Tlaxcala konnte Ton geformt, bemalt und zu etwas gebrannt werden, das dazu bestimmt war, über ein Leben hinaus Bestand zu haben.
Thelmadatter · CC BY-SA 3.0
03
The Gran Basamento PlatformGran Basamento
Alles in Cacaxtla ruht auf einer riesigen Plattform. Das Gran Basamento erstreckt sich über etwa zweihundert Meter und erhebt sich fünfundzwanzig Meter über die Ebene. Es ist ein natürlicher Hügel, geformt und geebnet, ausgewählt wegen seiner guten Verteidigungsposition und der beherrschenden Aussicht auf das umliegende Gelände. Die wichtigsten religiösen und zivilen Gebäude der Stadt standen oben, zusammen mit den Wohnsitzen der Priesterkaste. Die Zitadelle war durch mehr als nur ihre Höhe geschützt: Verteidigungsgräben umgaben sie, wobei Erdwälle ein weiteres Hindernis darstellten. Die Erbauer hörten nie auf zu arbeiten. Jede Phase erhob sich über der vorherigen, neuere Räume und Tempel wurden auf ältere gelegt, sodass die ausgegrabenen Mauern heute auf verschiedenen Ebenen liegen. Um die Hauptplattform herum stehen in der Nähe noch kleinere Pyramiden und Tempelbasen. Was wie eine einzige große Mauer aussieht, ist in Wirklichkeit jahrhundertelange Bauarbeit, übereinandergeschichtet.
In der App anhörenPhoto: SSVelasquez · CC BY-SA 3.0
04
Portico A: The Bird Man and Jaguar Man MuralsWandbild des Vogelmanns, Portikus A
Ein Mann in einem Vogelkostüm und Helm steht auf den Windungen einer gefiederten Schlange, gemalt in der Größe eines lebenden Menschen. Dies ist der Vogelmann von Portikus A, die Figur, deren Entdeckung den Namen Cacaxtla in die Welt trug. Er wird mit Quetzalcoatl in Verbindung gebracht, der großzügigen Gottheit, die den Menschen die Künste und die Landwirtschaft lehrte. Viele Gelehrte deuten ihn als Herrscher-Priester, einen der Anführer des Volkes, das Cacaxtla zwischen etwa 600 und 900 n. Chr. bewohnte. Was die Wandbilder hier so einzigartig macht, ist ihre Verschmelzung. Sie kombinieren die Symbolik des mexikanischen Altiplano mit der Kunstfertigkeit der Maya, eine Paarung, die es nirgendwo sonst gibt. Cacaxtla bewahrt zudem das älteste Wandgemälde, das eine menschliche Figur zeigt, umgeben von Symbolen mehrerer Kulturen: Teotihuacan, Maya, Mixteken und Totonaken. Ob der Vogelmann einen bestimmten historischen Herrscher darstellt, bleibt eine offene Frage. Sicher ist jedoch der Anspruch: ein Herrscher, der als eigener Vogel eines Gottes dargestellt wird, der auf der Schlange des Himmels schreitet.
In der App anhörenPhoto: El Comandante · CC BY-SA 3.0
05
Portico A: The Bird Man and Jaguar Man MuralsWandbild des Jaguarmanns
Dem Vogelmann gegenüber steht sein Gegenstück, gemalt im gleichen lebensgroßen Maßstab. Diese Figur trägt ein Jaguarkostüm und einen Helm und steht auf einer Schlange, deren Haut mit Jaguarmuster bedeckt ist. Während der Vogelmann zum Himmel gehört, gehört der Katzenmann zu den Regenfällen, die die Erde befruchten. Das Detail, das das Thema trägt, liegt in seinen Händen: ein Bündel Pfeile, von deren einem Ende Wasser tropft. Pfeile, die als Regen fallen und die Felder bewässern, anstatt den Feind zu verwunden. Die nahegelegenen Türpfosten vertiefen die Idee. Auf blauem Hintergrund gießt ein Jaguarmann Wasser in ein Gefäß von Tlaloc, dem Regengott, neben einer Maya-Figur, die eine Schnecke hält, aus der ein kleiner rothaariger Mann hervortritt, wahrscheinlich die Sonne. Regen und Sonne, die beiden Dinge, die eine Ernte braucht, gemalt am Eingang eines Gebäudes. Die Farben hier erstaunen noch immer: Rot, Blau, Gelb, Schwarz und Weiß, aufgetragen vor mehr als tausend Jahren.
In der App anhörenGustavo Velarde · CC BY 2.5
06
The Battle Mural PlazaSchlachtwandbild
Das berühmteste Wandbild in Cacaxtla verläuft entlang der geneigten Kalksteinmauer eines Tempelunterbaus am nördlichen Platz. Es wurde vor dem Jahr 700 gemalt, durch eine zentrale Treppe in zwei Teile geteilt und erstreckt sich über mehr als zwanzig Meter; es ist eine der längsten narrativen Szenen im alten Mesoamerika. Es zeigt einen Kampf zwischen zwei eindeutig unterschiedlichen Völkern. Die Sieger haben graubraune Haut, große Nasen und unverformte Köpfe. Sie tragen Rundschilde, Obsidianmesser, Speere und Atlatls, die Wurfspeerschleudern des Hochlands. Die Besiegten, die anhand ihrer Gesichtsprofile und der Schädelform als Maya identifiziert wurden, tragen nur Federschmuck, Brustpanzer, Ohrpflöcke und etwas Jade. Sie liegen unbewaffnet da. Die meisten Gelehrten sind sich einig, dass die Szene kein Bericht eines Kampfes ist, sondern ein inszeniertes Opfer, ein als Schlacht getarntes Theater, das entweder ein historisches oder ein mythisches Ereignis ehrt. Manche sehen darin den Tod des Maisgottes und verweisen auf die Netzgewänder, die geöffneten Körper und die maisförmigen Schädel der Vogelfiguren. Die Besiegten verteidigen sich nirgendwo, was das stärkste Anzeichen dafür ist, dass diese Schlacht von Anfang an ein Ritual war.
In der App anhörenPhoto: HJPD · CC BY 3.0
07
The Red Temple StaircaseWandbild der Treppe des Roten Tempels
Nicht jedes Wandbild hier spricht von Krieg. Diese Treppe, die zum Gouverneurszimmer führt, trägt eine Szene des Handels und der Schöpfung. Ein älterer Kaufmann erklimmt die Stufen, gebeugt unter einem riesigen Tragegestell namens Cacaxtli, beladen mit Schildkrötenpanzern und Vogelfedern. Dieses Gestell gibt Cacaxtla seinen Namen: der Ort des Kaufmannsgepäcks. Neben ihm wächst eine Pflanze, die Kakao zu sein scheint, mit einem grün gefiederten Vogel, der darauf sitzt und ein Auge in seinem Flügel hat. Darüber erhebt sich eine noch seltsamere Pflanze: ein Maisstängel, bei dem jeder Maiskolben ein menschlicher Kopf ist, wobei die Körner durch einen Netzhelm gebildet werden. Das Bild erinnert an das Popol Vuh, den Maya-Schöpfungsbericht, der besagt, dass in einem Zeitalter der Welt die Menschen aus Maismehlteig geschaffen wurden. Nur eine Seite der Treppe ist für Besucher sichtbar. Das bemalte Gesicht auf der anderen Seite blickt auf gar keinen Gehweg und überlebt als Reproduktion im Museum vor Ort.
In der App anhörenPhoto: HJPD · CC BY 3.0
08
The Temple of VenusTempel der Venus: Figur an der linken Säule
Im Tempel der Venus tragen zwei Säulen zwei Figuren, und dieses Fragment ist eine davon. Die in tiefem Blau auf rotem Grund gemalte Figur trägt einen gefleckten, jaguarartigen Rock und steht inmitten von Sternsymbolen mit Augen und blauen Augenbrauen. Auf der rechten Säule desselben Tempels trägt eine männliche Figur eine Maske über dem Gesicht, einen Skorpionschwanz und einen Rock, der vorne das Venus-Symbol trägt. Dieses linke Fragment stellt wahrscheinlich eine Frau dar, deren Rock dasselbe Emblem trägt. Man nimmt an, dass die Sterne zeigen, wie diese Menschen sich den Planeten Venus vorstellten, der zu bestimmten Jahreszeiten als Stern an ihrem Himmel leuchtete. Die Wiederholung des Symbols auf beiden Kleidungsstücken und um beide Figuren herum deutet darauf hin, dass die Wandbilder ein astronomisches oder kalendarisches Ereignis markieren, das mit dem Planeten verbunden ist. In der Welt dieser Maler war die Venus mit Krieg und Opfer verbunden, derselbe Strom, der durch das Schlachtwandbild fließt. Hier wird die Idee leise getragen, an den Säumen zweier Figuren, unter einem Sternenhimmel.
In der App anhörenTim Zaman · CC BY 3.0
09
The Palace Residential QuarterCelosía: Gitterfenster des Palastviertels
Abseits der Tempel zeigt das Wohnviertel des Palastes, wie die Elite tatsächlich lebte. Dieser Raum, dessen genaue Nutzung unbekannt bleibt, gehört zur selben Bauphase wie der Korridor des Roten Tempels und die Räume, in denen sich die Venus-Wandbilder befinden. Sein bemerkenswertes Merkmal ist das Gittergewebe, Celosía genannt, das das Innere vom Äußeren trennt und Licht in den Raum lässt. Arbeiter nahmen eine Struktur aus Zweigen, überzogen sie mit Lehm und formten sie zu Rautenmustern. Darüber trugen sie eine Schicht aus Kalk und Sand auf, die das Gitter zu einer einzigen festen Oberfläche versiegelte. Das Ergebnis ist sowohl Wand als auch Fenster: eine Barriere, die den Raum kühlt und beschattet, aber die Sonne in Rautenform hindurchfiltern lässt. Räume wie dieser beherbergten die Priesterklasse und die Verwaltung der Stadt, die ruhigere Arbeit hinter den bemalten Zeremonien. Gewöhnliches Tageslicht, mit Sorgfalt arrangiert, war Teil der Architektur.
In der App anhörenGunnar Wolf · CC BY-SA 3.0
10
The Xochitécatl OverlookAussichtspunkt: Cacaxtla und Xochitécatl
Unter dem großen Dach öffnet sich das Land in Richtung eines Hügels, der weniger als einen Kilometer westlich liegt: Xochitécatl, die Schwesterstadt von Cacaxtla. Die beiden Zentren funktionierten als Paar. Xochitécatl war der eher öffentliche zeremonielle Komplex, während Cacaxtla ein zeremonielles und politisches Zentrum, eine Elite-Residenz und eine Festung in einem vereinte. Cacaxtla beherrschte diesen Teil des Tlaxcala-Puebla-Tals, eine Macht, die nach dem Fall des nahe gelegenen Cholula wuchs und um das Jahr 900 endete. Um 1000 stand die Stadt leer. Was überlebte, war die Erde selbst. Spätere Bauten begruben die bemalten Wände, und die Farben lagen bis zu ihrer Wiederentdeckung im Jahr 1975 unter Erde und Stein versiegelt. Dieser Zufall der Verschüttung ist der Grund, warum der Vogelmann, der Jaguarmann und das Schlachtwandbild heute noch ihre Rot- und Blautöne zeigen. Cacaxtla besteht als ein Ort fort, an dem zwei künstlerische Welten auf einem einzigen Hügel aufeinandertrafen, und der Hügel hält sie immer noch fest.
In der App anhörenPhoto: Lsalgador82 · CC BY-SA 3.0
Cacaxtla
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