Stanza · Audioguide
Alâeddin-Moschee Audioguide auf Deutsch
Ein besonderer Ort. Eine Geschichte zum Mitnehmen.
Die Alâeddin-Moschee ist das bedeutendste Bauwerk auf dem Alâeddin-Hügel im Zentrum von Konya in der Türkei. Sie diente als Hauptgebetssaal der seldschukischen Sultane von Rum und beherbergt die Grabstätten…
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Die Alâeddin-Moschee ist das bedeutendste Bauwerk auf dem Alâeddin-Hügel im Zentrum von Konya in der Türkei. Sie diente als Hauptgebetssaal der seldschukischen Sultane von Rum und beherbergt die Grabstätten mehrerer Sultane.
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Audioguide / 10 erzählte Stationen
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01
Monumentales Nordtor
Willkommen in der Alâeddin-Moschee, der großen Moschee des seldschukischen Konya. Dies war der Hauptgebetssaal der Sultane von Rum, der in mehreren Bauabschnitten von der Mitte des zwölften bis zur Mitte des dreizehnten Jahrhunderts errichtet wurde. Der Eingang vor Ihnen ist eine Wand aus abwechselnd hellen und dunklen Steinen – ein Streifenmuster, das die Seldschuken schätzten. Im Jahr 1219 verlegte Sultan Izzeddin Keykavus I. den Haupteingang hierher in den Norden, mit Blick auf den seldschukischen Palast, und begann diese monumentale Fassade. Er starb noch im selben Jahr, und die Arbeiten gingen an seinen Bruder Alaaddin Keykubad I. über. Der Bruder vollendete das Tor und ließ daraufhin mehrere Inschriften von Keykavus abändern, um die Verbesserungen für sich zu beanspruchen. Die Inschrift über dem Eingang besagt, dass die Moschee unter Keykubad im Jahr 617 des islamischen Kalenders vollendet wurde, was den Jahren 1220 oder 1221 entspricht. Die Moschee trägt noch heute seinen Namen.
Dosseman · CC BY-SA 4.0
02
Alâeddin-Hügel und Außenansicht der Moschee
Die Moschee krönt den Alâeddin-Hügel, eine breite Erhebung, die sich aus dem Zentrum von Konya erhebt. Lange vor den Seldschuken befand sich auf diesem Hügel die antike Akropolis der Stadt. Die Moschee steht innerhalb der alten inneren Zitadelle, unweit des seldschukischen Palastes, und diente den Sultanen als eigenes Gotteshaus. Sie ist die größte und älteste erhaltene seldschukische Moschee in Konya. Das schlanke Minarett, das sich neben dem Innenhof erhebt, ist eine spätere osmanische Hinzufügung und keineswegs ein Werk der Seldschuken. Hinter den langen Mauern durchbricht der Kegel eines Grabdachs die Silhouette.
Photo: Dosseman · CC BY-SA 4.0
03
Säulenwald
Dieser östliche Gebetssaal, den Alaaddin Keykubad I. im Jahr 1235 anfügte, ist ungewöhnlich offen und lichtdurchflutet. Zweiundvierzig Säulen tragen ihn, und kaum zwei davon gleichen einander. Es handelt sich um Spolien, die aus älteren antiken Gebäuden geborgen und wo nötig nachbearbeitet wurden; sie tragen Ziegelbögen unter einem flachen Lehmdach. Ausgrabungen im zwanzigsten Jahrhundert brachten Überreste unter der Moschee zutage, die zusammen mit diesen wiederverwendeten Säulen eine wissenschaftliche Hypothese untermauern: Die Moschee wurde wahrscheinlich an der Stelle einer früheren christlichen Basilika erbaut. Wenn dem so ist, tragen die Steine der byzantinischen Stadt im wahrsten Sinne des Wortes die Gebete der seldschukischen Hauptstadt. Aus welchen älteren Gebäuden die Säulen genau stammen, konnte nie ermittelt werden.
In der App anhörenОстровский Александр, Киев · CC BY-SA 3.0
04
Kapitelle und Bauphasen
Die hier zu sehenden Kapitelle passen nicht zusammen, und genau das ist der Schlüssel zum Verständnis des gesamten Gebäudes. Die Arbeiten begannen 1155 unter Sultan Mesud I. Sein Sohn Kılıç Arslan II. vollendete den ersten, mit einer Kuppel versehenen Teil der Moschee. Eine Generation später begann Izzeddin Keykavus I. mit dem Bau der westlichen und östlichen Flügel, und sein Bruder Keykubad stellte sie nach 1219 fertig. Vier Sultane, etwa achtzig Jahre, ein Dach. Das Ergebnis sind drei verschiedene Innenraumgestaltungen, die unter einer einzigen Decke vereint sind, und ein Wald aus Kapitellen in jedem Stil, den die Erbauer retten oder neu meißeln konnten. Jeder dieser unterschiedlichen Säulenabschlüsse markiert eine dieser Bauphasen.
In der App anhörenPhoto: Dosseman · CC BY-SA 4.0
05
Mihrab
Der Mihrab ist die Nische, die die Gebetsrichtung anzeigt – jener Punkt, dem sich jeder Gläubige zuwendet. Die steinerne Nische hier ist kein Werk der Seldschuken, sondern ein osmanischer Ersatz aus Marmor, der 1891 gehauen wurde. Um sie herum ist jedoch die ursprüngliche Pracht erhalten: eine Verkleidung aus glasierten seldschukischen Fliesen, die in Bändern aus Kalligrafie und Mustern verläuft. Die Farben entsprechen der klassischen anatolisch-seldschukischen Palette: Auberginen-Violett, Türkis und Schwarz. Der Name des Fliesenmachermeisters Kerimüddin Erdişah ist direkt auf der Fliesenarbeit verzeichnet. Der mehrfarbige Rahmen reicht möglicherweise sogar bis in die Moschee von Mesud I. aus der Mitte des zwölften Jahrhunderts zurück, womit diese zu den ältesten Fliesen in Anatolien gehören würden.
In der App anhörenPhoto: Dosseman · CC BY-SA 4.0
06
Fliesenkuppel über dem Mihrab
Über dem Mihrab erhebt sich die Maksura-Kuppel, der gewölbte Bereich, der dem Sultan beim Gebet vorbehalten ist. Ihr Trommelgeschoss und ihre Kuppel tragen noch Fragmente seldschukischer Fliesenarbeiten, geometrischer Sternmuster und Kalligrafie in Türkis, Schwarz und Purpur. Diese Stücke sind wichtig, weil sie Beweise darstellen. Sie zeigen, dass die Moschee einst weitaus reicher gefliest war, als sie heute erscheint, und sie dienen Fachleuten dazu, den Dekor zu rekonstruieren, der abgefallen ist. Der Meister, der die nahegelegenen Mihrab-Fliesen signierte, Kerimüddin Erdişah, war möglicherweise ebenfalls an diesem Entwurf beteiligt. Wie das gesamte ursprüngliche Design aussah, kann niemand sagen.
In der App anhörenPhoto: Dosseman · CC BY-SA 4.0
07
Ebenholz-Minbar von 1155
Der Minbar ist die getreppte Kanzel, von der aus die Freitagspredigt gehalten wird, und dieses Exemplar ist das gefeiertste Objekt in der Moschee. Es ist aus Ebenholz geschnitzt, einem dichten, dunklen Holz, das Details wie Stein annimmt. Die Inschrift des Handwerkers selbst nennt das Jahr 1155 und den Erbauer, Hacı Mengüm Berti aus Ahlat. Diese Inschrift macht es zum ersten datierten Werk seldschukischer Kunst in Anatolien, älter als fast alles andere im Gebäude. Die Felder tragen tief geschnitzte geometrische Sterne, und darunter öffnet sich ein bogenförmiges Türportalmotiv zur Treppe hin. Über acht Jahrhunderte alt, steht die gesamte Kanzel noch immer unversehrt da.
In der App anhörenDosseman · CC BY-SA 4.0
08
Kümbet von Kılıç Arslan II
Draußen im Innenhof wendet sich die Geschichte vom Gebet ab und der Dynastie zu. Sultan Kılıç Arslan II. gab dieses Grabmal in Auftrag, einen zehnseitigen Turm mit steilem Kegeldach, und ließ es im eigenen Innenhof der Moschee errichten. Eine Inschrift an seiner Fassade hält seinen Auftrag fest. Die Toten der Familie neben die Gebetshalle zu legen, war eine ungewöhnliche Wahl, und sie verdeutlicht, wie die Moschee als Bühne der Dynastie diente. Um den Fuß des Daches herum verläuft der Thronvers aus dem Koran, ein Schutztext für die Toten. Einige blaue Fliesen haften noch immer an der Dachkante, als letzte Spur der Verkleidung, die einst den gesamten Kegel umhüllte. Im Inneren wartet die Dynastie selbst.
In der App anhörenBernard Gagnon · CC BY-SA 3.0
09
Sarkophage der Sultane
Im Inneren des Kümbet stehen acht Sarkophage, verkleidet mit türkis- und kobaltfarbenen Fliesen und bedeckt mit fließender arabischer Kalligrafie. Sie bergen die seldschukischen Sultane von Rum, die Dynastie, die von Konya aus regierte. Nur ein Insasse steht fest: Kılıç Arslan II., der Sultan, der das Grabmal erbaut hat. Der Gelehrte İ. Konyalı schlug die übrigen vor, darunter Gıyaseddin Keyhüsrev den Ersten und Alaaddin Keykubad selbst, genau jenen Sultan, der der Moschee ihren Namen gab, und er listete zudem fünf weitere Herrscher auf. Andere haben argumentiert, dass die Gruppe noch weitere Sultane umfassen könnte. Dies bleiben Vorschläge, keine Gewissheiten. Einige der mächtigsten Männer des mittelalterlichen Anatoliens ruhen hier, und die meisten von ihnen sind heute namenlos.
In der App anhörenBernard Gagnon · CC BY-SA 3.0
10
Namenloses Mausoleum
Das zweite Grabmal im Hof wurde von Sultan Izzeddin Keykavus I. in Marmor begonnen, demselben Sultan, der die große Nordfassade errichten ließ. Sein Tod im Jahr 1219 brach die Arbeit ab, und der achteckige Baukörper erhielt nie die Fertigstellung, die sein Erbauer geplant hatte. Es wird als Adsız Türbe bezeichnet, das Namenlose Mausoleum, weil die vier darin bestatteten Personen nicht identifiziert werden können. Es wurde gewiss für einen der seldschukischen Sultane erbaut, aber sein Name ist verloren gegangen. Der Mann, der das Tor einer Moschee versetzte, bleibt vor allem durch das Gebäude in Erinnerung, das er halb vollendet zurückließ. In diesem einen Hof markierte eine Dynastie ihren Glauben, ihre Macht und ihr Gedächtnis, und die Zeit hat viel von diesem Gedächtnis unvollständig hinterlassen.
In der App anhörenBernard Gagnon · CC BY-SA 3.0
Alâeddin-Moschee
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