Stanza · Audioguide
Byllis Audioguide auf Deutsch
Ein besonderer Ort. Eine Geschichte zum Mitnehmen.
Byllis war eine antike Stadt und die Hauptsiedlung des illyrischen Stammes der Byllionen. Es handelt sich um eine archäologische Stätte in Hekal, Albanien.
Lade Stanza herunter und suche nach “Byllis”.
Über die Tour
Ein Guide. Dein Besuch.
Byllis war eine antike Stadt und die Hauptsiedlung des illyrischen Stammes der Byllionen. Es handelt sich um eine archäologische Stätte in Hekal, Albanien.
Bereit, wenn du es bist.
- 01Lade Stanza kostenlos herunter.
iOS & Android
- 02Finde deinen Guide.
“Byllis”
- 03Lade ihn vor dem Besuch herunter.
Offline
Audioguide / 15 erzählte Stationen
Ein Blick in den Guide
Entdecke vor deinem Besuch einige Geschichten. Öffne eine Station, um mehr zu lesen.
01
Die hellenistischen Befestigungsmauern
Willkommen in Byllis, einer antiken Stadt auf einem hohen Hügel im Süden Albaniens. Um 350 vor Christus gründeten die Illyrer, die sich Byllionen nannten, hier ihre Hauptstadt auf einer Anhöhe, die bereits von ihren Vorfahren besiedelt worden war. Dies war eine von mehreren befestigten Hügelkuppen in der Region Mallakastër, und Byllis wurde zur bedeutendsten unter ihnen. Die Mauer vor Ihnen war das erste große Zeugnis der Stadt. Ihre Erbauer setzten die Steinblöcke in gleichmäßigen, waagerechten Schichten, ein griechischer Mauerwerksstil, der als Quadermauerwerk bekannt ist. Die gesamte Anlage verlief über etwa zweieinhalb Kilometer um den steilen Hügel. Sie war dreieinhalb Meter dick und umschloss rund dreißig Hektar Fläche. Dies war eine ernstzunehmende Stadt, die gebaut wurde, um gesehen zu werden und schwer anzugreifen. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wuchs Byllis Schicht um Schicht: illyrisch im Kern, griechisch in der Kultur, römisch in der Verwaltung, christlich in ihren letzten Jahrhunderten. Jede Schicht hat ihre Spuren auf diesem Hügel hinterlassen, und die Mauern sind der Ort, an dem die Geschichte beginnt.
Pasztilla aka Attila Terbócs · CC BY-SA 4.0
02
Die justinianischen Befestigungsanlagen
Die rauen, kleinen Steine dieser Mauer erzählen eine ganz andere Geschichte als die ordentlichen Blöcke der alten Befestigungsanlagen. In den Jahren zwischen 547 und 551 nach Christus fielen slawische Plünderer ein und zerstörten die Stadt. Der Kaiser in Konstantinopel, Justinian der Erste, ordnete die Neubefestigung von Byllis an. Die Arbeiten wurden von einem Ingenieur namens Victorinus geleitet, und sein Name ist überliefert, weil er in griechische Inschriften eingemeißelt wurde, die in die Mauern eingelassen sind. Mehr als vier dieser Inschriften belegen die Bauarbeiten, die er durchführte. Die Erbauer verwendeten eine Technik aus unregelmäßigen Steinen, die in schweren Mörtel gesetzt wurden – schneller als das alte Quadermauerwerk und für den Notfall geeignet. Dies war die letzte große Baumaßnahme in Byllis, und sie rettete die Stadt nicht für lange. Nachdem diese Mauern errichtet worden waren, ging die Besiedlung, die fast tausend Jahre lang angedauert hatte, zu Ende.
Carole Raddato from FRANKFURT, Germany · CC BY-SA 2.0
03
Die Agora
Dieser offene Platz war die Agora, das öffentliche Herz von Byllis. Die Stadt war die Hauptsiedlung des Koinons der Byllionen, eines Bundes illyrischer Gemeinden im unteren Vjosatal. Mit der Zeit schloss der Bund auch einen Nachbarn namens Nikaea ein, den Byllis fast wie einen seiner eigenen Bezirke betrachtete. Mitte des dritten Jahrhunderts vor Christus wurde das gesamte Zentrum nach einem einzigen Plan angelegt. Theater, überdachte Stoen, Stadion und andere öffentliche Gebäude wurden alle so angeordnet, dass sie nach griechischem Vorbild zusammenwirkten. Es gibt jedoch einen früheren Einblick in das Leben dieser Menschen. Auf einer Bleitafel aus dem Heiligtum von Dodona aus dem vierten Jahrhundert vor Christus fragten die Byllionen das Orakel, welcher Gottheit sie opfern sollten, um ihren Besitz zu schützen. Es ist das früheste Zeugnis von ihnen überhaupt, eine Gemeinschaft, die bereits im Austausch mit den griechischen Göttern stand.
In der App anhörenCarole Raddato from FRANKFURT, Germany · CC BY-SA 2.0
04
Das Tor des vergöttlichten Augustus
Der Stein hier trägt eine Inschrift für den vergöttlichten Augustus und markiert einen Wendepunkt. Nach der Plünderung der Stadt im Krieg gegen Rom verfiel Byllis in eine lange Phase des Niedergangs. Dann, im Jahr 30 vor Christus, erstand sie als römische Kolonie wieder auf. Der römische Schriftsteller Plinius der Ältere hielt ihren neuen offiziellen Namen fest: Colonia Bullidensis. Das bedeutete Siedler mit römischem Status, römische Verwaltung und einen Platz in der Ordnung des Reiches. Die Inschrift an diesem Tor ist der physische Beweis für diese neue Loyalität, eingemeißelt in das zivile Herz der alten Bundeshauptstadt. Eine Stadt, die einst Griechisch in ihren öffentlichen Inschriften verwendet hatte, unterstand nun einem Kaiser in Rom.
In der App anhörenCarole Raddato from FRANKFURT, Germany · CC BY-SA 2.0
05
Die unterirdische Zisterne
Eine Stadt auf einem hohen Plateau hat ein hartnäckiges Problem: Kein Fluss erreicht die Spitze. Die Lösung bestand hier darin, den Regen aufzufangen. Im dritten Jahrhundert vor Christus legten die Erbauer eine Zisterne tief in den Fels an, etwa sechs Meter tief. Sie konnte rund zwölfhundert Kubikmeter Wasser fassen. Der raffinierte Teil war die Herkunft. Wasser floss vom Dach der Großen Stoa, der großen überdachten Säulenhalle neben der Agora, ab und wurde unten gesammelt. Das gewölbte Mauerwerk hier ist Teil dieses Systems, das verborgen blieb, während oben die prachtvollen Gebäude standen. Es ist eine Erinnerung daran, dass hinter jeder prächtigen hellenistischen Stadt eine Wasserversorgung steckte. Verteidigung war wichtig, Zeremonien waren wichtig, aber ohne gespeichertes Wasser hätte niemand auf diesem Hügel leben können.
In der App anhörenCarole Raddato from FRANKFURT, Germany · CC BY-SA 2.0
06
Die Große Stoa
Diese Säulen gehörten zur Großen Stoa, einer langen, überdachten Kolonnade, die sich zur Agora hin öffnete. Eine Stoa war das Rückgrat einer hellenistischen Stadt: Sie bot Schatten für Versammlungen, Schutz für den Handel und einen Ort für die täglichen Geschäfte. Die Kapitelle, die die Säulen krönen, tragen fein gemeißelte Ornamente aus einer späteren Phase des langen Lebens des Gebäudes. Hier ist, was die Welt der Stoa über Byllis verrät. Im frühen zweiten Jahrhundert vor Christus kamen heilige Gesandte aus Delphi, Theoroi genannt, in die Stadt. Nur Städte, die als griechisch galten, durften sie empfangen. Damals wurden die Nachfahren illyrischer Stämme also bereits wie ein griechisch sprechendes Volk behandelt. Die südlichen Illyriker, darunter die Byllionen, waren zweisprachig geworden, sprachen zu Hause Illyrisch und im öffentlichen Leben Griechisch. Und die Quellen machen deutlich, dass dies ein schrittweiser Prozess war, eine langsame Verschmelzung über Generationen hinweg und kein einzelner Wandel.
In der App anhörenRiet PRINS · CC BY 3.0
07
Das hellenistische Theater
Das Theater war das bedeutendste Monument des antiken Byllis. Im dritten Jahrhundert vor Christus als Teil des einheitlichen Plans erbaut, diente es gleichzeitig zwei Zwecken. Hier fanden Aufführungen statt, und hier trafen sich auch die politischen Versammlungen des illyrischen Bundes. Die Sitzränge, die Cavea, waren in den natürlichen Hang des Geländes gehauen und erstreckten sich über eine Breite von mehr als vierzig Metern. Tausende Zuschauer konnten darin Platz finden, viele davon Landleute aus dem Gebiet des Koinon, nahe der Stadtmauer. Was die Fundamente und verstreuten dorischen Blöcke heute zeigen, ist das Bühnengebäude, das einst in jener strengen griechischen Ordnung gehalten war. Diese städtische Bühne erlebte auch das dunkelste Kapitel der Stadt. Im Krieg der Jahre 169 und 168 vor Christus kämpften die Byllionen zunächst auf der römischen Seite gegen ihren eigenen illyrischen König Gentius. Danach wechselte Byllis die Seite und verbündete sich mit den Molossern und den Mazedoniern. Die römische Armee antwortete darauf mit der Plünderung und Zerstörung der Stadt.
In der App anhörenCarole Raddato from FRANKFURT, Germany · CC BY-SA 2.0
08
Der Bischofskomplex
Byllis beendete sein Dasein als christliche Stadt, und dies war das Zentrum jener Welt. Der dortige Bischofskomplex umfasst etwa achttausend Quadratmeter, ein ganzes Viertel der spätantiken Stadt. Etwa die Hälfte davon wurde bisher ausgegraben, was bedeutet, dass die andere Hälfte noch unerschlossen im Boden liegt. Die Grabungen auf dem Areal der Kathedrale begannen bereits 1984. Der Komplex besteht aus drei Teilen: einer Kirche, einem Baptisterium und dem Palast, in dem der Bischof lebte und arbeitete. Zusammen bildeten sie den Verwaltungssitz einer Stadt, die seit ihrer römischen Blütezeit geschrumpft war, in der Provinz Epirus Nova jedoch immer noch eine Rolle spielte. Allein die Ausmaße sprechen für sich. In ihren letzten Jahrhunderten war die Stadt Byllis um die Kirche herum organisiert.
In der App anhörenPhoto: Xhesian · CC BY-SA 4.0
09
Die Kathedrale und der Bischofspalast
Dies war die Kathedrale von Byllis, erbaut am Ende des vierten oder zu Beginn des fünften Jahrhunderts. Neben der Kirche befanden sich ein Baptisterium für die Riten des Eintritts in den Glauben und der Bischofspalast. Im sechsten Jahrhundert wurde die Kirche hier zu einem bedeutenden Grundbesitzer in der Stadt. Der Bischof spielte sowohl in der Verwaltung als auch in der Wirtschaft eine wichtige Rolle und hatte eine Macht inne, die weit über den Altar hinausreichte. Der Palast war dafür sein Sitz, teils Residenz, teils Amtsstube. Und der Reichtum hinter dieser Macht hinterließ physische Spuren, die die spätantike Weinkelterei ganz greifbar macht: ein funktionierendes Weingut, das im Auftrag der Kirche betrieben wurde.
In der App anhörenCarole Raddato from FRANKFURT, Germany · CC BY-SA 2.0
10
Das Vorratsgefäß der Weinkelterei
Hier zeigt sich die bescheidene, greifbare Seite der spätantiken Wirtschaft. Dies ist ein großes Keramik-Vorratsgefäß, das in Fragmenten dort liegt, wo es gefunden wurde, wobei seine Risse mit Gips zusammengehalten werden. Gefäße dieser Art waren die Lagerhäuser der antiken Welt. Sobald die Trauben getreten und gepresst worden waren, kam der Wein in Gefäße wie dieses, ebenso Öl und Getreide. Ein Gefäß dieser Größe steht für eine erhebliche Ernte, die weit über den Bedarf eines einzelnen Haushalts hinausgeht. Es gehört zum Produktionsviertel, das dem Bistum diente, in dem die Güter der Kirche verarbeitet und aufbewahrt wurden. Die nächste Station zeigt die Maschinerie, mit der es gefüllt wurde.
In der App anhörenPhoto: Maju603 · CC BY-SA 4.0
- 11
Die spätantike Weinkelterei
In einer Weinkelterei aus dem sechsten Jahrhundert, in der Kelterbecken, Pressen und Vorratsgefäße den gesamten Ernteprozess nachvollziehbar machen.
- 12
Basilika C
Eine bescheidene dreischiffige Kirche aus den letzten Jahrzehnten der Stadt, erbaut, während gleichzeitig neue Mauern hochgezogen wurden.
- 13
Der Mosaikboden
Die Mosaikböden der frühchristlichen Basiliken von Byllis und die Kunstfertigkeit der letzten Jahrhunderte von Byllis.
- 14
Die Stadt auf dem Plateau
Warum dieser Hügel ausgewählt wurde: Handelsstraßen, rivalisierende Nachbarn, Bitumenminen und ein Nymphenorakel.
- 15
Der Aussichtspunkt auf das Vjosatal
Die trojanische Legende von Byllis und tausend Jahre illyrisches, griechisches, römisches und christliches Leben auf einem einzigen Hügel.
Byllis
Häufige Fragen
Was kostet der Audioguide?
Kostenloser App-Download. Angegebener Guide-Preis: $1.99. Guide-Preis in der App. Nur Audioguide. Der Eintritt ist separat.
Kann ich ohne Internet zuhören?
Ja. Lade Audio, Bilder und Karten vor deinem Besuch in der App herunter. Heruntergeladene Inhalte sind offline verfügbar.
Kann ich in meiner Sprache zuhören?
Dieser Audioguide ist in 15 Sprachen verfügbar, auch auf Deutsch.
Muss ich einen Zeitplan einhalten?
Nein. Du erkundest den Ort selbstständig. Wähle deine Stationen, pausiere jederzeit und höre Geschichten in deinem Tempo erneut an.
In deinem Tempo
Byllis entdecken.
Lade Stanza herunter und suche nach “Byllis”.
Kostenloser App-Download · Guide-Preis in der App
Weiter entdecken
Audioguides in der Nähe

Dërmenas · 29 km
Apollonia
Inhalte und Quellen
Photo: Inkey · CC BY-SA 3.0

Bashkia Durrës · 88 km
Amphitheater von Durrës
Inhalte und Quellen
Marcin Konsek · CC BY-SA 3.0

Ohrid · 94 km
Kloster Sveti Naum
Inhalte und Quellen
Poppit2 · Public domain

Ohrid · 109 km
Kirche der Heiligen Kliment und Panteleimon
Inhalte und Quellen
Marcin Konsek · CC BY-SA 4.0
